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Hornhauttransplantation17. April 202615 Min. Lesezeit

Hornhauttransplantation: Schritt-für-Schritt-Leitfaden für Patienten und Ärzte

Hornhauttransplantation: Schritt-für-Schritt-Leitfaden für Patienten und Ärzte
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Dr. Ahmed Shaarawy
Dozent für Augenheilkunde · Fellow am Devers Eye Institute · AAO-Publikationen
Medizinisch geprüft von Dr. Ahmed Shaarawy · Zuletzt geprüft 12. Juli 2026
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Die Hornhauttransplantation — auch Keratoplastik genannt — ist eines der ältesten Gewebetransplantationsverfahren der modernen Medizin und nach wie vor die wirksamste Lösung für Tausende von Patienten, die durch eine fortgeschrittene Hornhauterkrankung ihr klares Sehvermögen verloren haben. In diesem chirurgischen Leitfaden, erstellt von Dr. Ahmed Shaarawy, Facharzt für Hornhautchirurgie und erster Chirurg, der in Ägypten eine DMEK durchgeführt hat, begleiten wir Sie durch den gesamten Weg: vom Moment der Entscheidung über den Operationssaal bis zum wiedergewonnenen Sehvermögen.

💙 Eine Anmerkung vom Team von Dr. Ahmed Shaarawy

Um Patientinnen und Patienten, die über eine Hornhauttransplantation nachdenken, Mut zu machen, zeigen wir hier die echte Geschichte einer Person, die denselben Weg gegangen ist, den Sie heute erwägen. Wir teilen sie, damit Sie wissen: Es gibt eine Lösung — und der Eingriff ist dank der modernen Techniken, mit denen Dr. Ahmed Shaarawy arbeitet, längst nicht mehr so belastend wie früher.

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Was ist eine Hornhauttransplantation?

Die Hornhaut ist das klare vordere Fenster des Auges — die erste Schicht, die das Licht auf seinem Weg zur Netzhaut durchquert. Ist dieses Fenster dauerhaft geschädigt, wird es trüb oder verliert seine normale Form, kann das Auge kein scharfes Bild mehr erzeugen — ganz gleich, wie gesund der Rest des Auges ist. Genau hier setzt die Hornhauttransplantation (Keratoplastik) an: ein präziser Eingriff, bei dem der Chirurg den erkrankten Teil der Hornhaut des Patienten durch gesundes Hornhautgewebe ersetzt, das nach dem Tod eines Spenders gewonnen wurde.

Die Hornhaut besteht von vorn nach hinten aus fünf Hauptschichten: dem Epithel, der Bowman-Membran, dem Stroma, der Descemet-Membran und dem Endothel. Jede Schicht hat ihre eigene Funktion, und Erkrankungen jeder Schicht werden mit einer anderen Art von Transplantation behandelt. Dieses einfache Stück Anatomie erklärt, warum es heute vier große Arten der Hornhauttransplantation gibt und nicht nur eine einzige.

Eines unterscheidet die Hornhaut von jedem anderen Organ des Körpers: Sie ist gefäßfrei. Keine Blutgefäße. Das verschafft der Hornhauttransplantation einen einzigartigen Vorteil — das Risiko einer immunologischen Abstoßung ist weitaus geringer als bei Nieren-, Herz- oder Lebertransplantationen. Eine Hornhauttransplantation erfordert in der Regel keine HLA-Gewebetypisierung wie andere Organtransplantationen, was sie logistisch schneller und einfacher macht.

Wann wird eine Hornhauttransplantation empfohlen?

Die Entscheidung zur Transplantation wird nie leichtfertig getroffen; sie folgt erst, wenn alle weniger invasiven Optionen ausgeschöpft sind. In unserer Klinik gilt eine strikte Regel: keine Hornhauttransplantation ohne eine echte Sehbeeinträchtigung, die auf andere Behandlungen nicht anspricht. Die Erkrankungen, die eine Transplantation am häufigsten rechtfertigen:

  • Fortgeschrittener Keratokonus: wenn die Hornhaut so verformt ist, dass sich das Sehen weder mit Brille noch mit formstabilen Kontaktlinsen korrigieren lässt und auch durch Cross-Linking (CXL) oder intrastromale Ringsegmente (ICRS) nicht mehr stabilisiert werden kann.
  • Hornhautnarben: verursacht durch bakterielle, pilzbedingte oder virale Infektionen (etwa Augenherpes), die bleibende Trübungen auf der Sehachse hinterlassen haben.
  • Bullöse Keratopathie: eine chronische Hornhautschwellung nach einer älteren Operation des Grauen Stars oder infolge eines Versagens der Endothelzellen — heute gezielt mit DMEK und DSAEK behandelt.
  • Fuchs-Dystrophie: eine erbliche Erkrankung der Hornhaut-Endothelzellen und weltweit eine der häufigsten Indikationen für eine endotheliale Keratoplastik.
  • Fehlgeschlagene frühere Transplantation: sei es durch immunologische Abstoßung oder primäres Transplantatversagen.
  • Schwere Verletzungen: tiefe Verätzungen oder perforierende Schnittverletzungen, die zentrale Narben auf der Hornhaut hinterlassen haben.

In jedem dieser Fälle stützt sich die Entscheidung auf mehr als die klinische Untersuchung allein. Ihr geht eine detaillierte Abklärung mit Hornhauttomographie (Pentacam) und Spiegelmikroskopie zur Messung der Endothelzelldichte voraus. Diese Untersuchung zeigt genau, welche Hornhautschicht betroffen ist — und daraus abgeleitet, welche Operationsart am besten geeignet ist.

Medizinische und mentale Vorbereitung auf die Operation

Die Phase vor der Operation ist ebenso wichtig wie der Eingriff selbst. Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied zwischen einem reibungslosen, komplikationsfreien Eingriff und einem langen, komplizierten Behandlungsverlauf. In unserer Klinik planen wir in der Regel drei Termine, bevor die Operation angesetzt wird:

Termin eins: Umfassende Untersuchung

Dieser Termin dauert zwei bis drei Stunden. Er umfasst die klassische Sehschärfenprüfung, die Untersuchung der Hornhaut an der Spaltlampe, eine Pentacam-Aufnahme zur dreidimensionalen Vermessung der Hornhautvorder- und -rückfläche sowie die Spiegelmikroskopie zur Beurteilung der Endothelzellen. Am Ende können wir drei Fragen beantworten: Ist die Operation wirklich notwendig? Welche Art? Und gibt es Begleiterkrankungen des Auges — Grüner Star, Grauer Star —, die zuerst oder gleichzeitig behandelt werden müssen?

Termin zwei: Allgemeinmedizinische Abklärung

Diese umfasst Routine-Blutuntersuchungen (Blutbild, Nüchternblutzucker, Leber- und Nierenwerte), ein EKG und bei Patienten über sechzig manchmal ein Röntgenbild des Brustkorbs. Ziel ist es sicherzustellen, dass der Patient die Anästhesie sicher verträgt. Wir erfragen außerdem eine vollständige Medikamentenliste — insbesondere Gerinnungshemmer wie Aspirin und Warfarin, die der Patient unter kardiologischer Aufsicht möglicherweise einige Tage vor der Operation absetzen muss.

Termin drei: Einwilligung und mentale Vorbereitung

Dieser Termin ist ein ausführliches Beratungsgespräch. Wir erklären im Detail, was am Operationstag geschieht, wie das Auge danach aussehen wird, welche Symptome normal sind und welche einen sofortigen Anruf erfordern, welche Medikamente der Patient in den folgenden Monaten anwendet und wie der Plan der Nachsorgetermine aussieht. Ein Patient, der versteht, was mit ihm geschieht, erholt sich schneller und besser — das haben wir immer wieder erlebt. Hier unterzeichnen wir auch gemeinsam die Einwilligung zur Operation, nachdem jede Frage beantwortet wurde.

Die Checkliste für die letzten 48 Stunden vor der Operation

Wir bitten den Patienten üblicherweise: sechs Stunden vor der Operation nichts zu essen und zu trinken, in den zwei Tagen davor dreimal täglich antibiotische Augentropfen anzuwenden, am Vortag gründlich zu duschen und die Haare zu waschen, am Operationstag auf Make-up und Gesichtscremes zu verzichten und bequeme Kleidung mit Knopfleiste vorn zu tragen, die sich ausziehen lässt, ohne das Auge zu berühren.

Woher Spenderhornhäute kommen: Die Rolle der Augenbanken

Die Hornhaut, die transplantiert wird, stammt von einem verstorbenen Spender — eine Tatsache, die bei Patienten viele Fragen aufwirft; es lohnt sich daher zu erklären, wie das System funktioniert. In Ägypten stützen wir uns auf zwei Hauptquellen: lokale Augenbanken (an bestimmten Universitäts- und staatlichen Einrichtungen) und internationale Augenbanken — allen voran die amerikanische (SightLife) und die spanische Augenbank —, die den höchsten internationalen Qualitätsstandards entsprechen.

Bevor eine Hornhaut verwendet wird, durchläuft sie eine Reihe strenger Prüfungen: ein Screening auf Infektionskrankheiten (Hepatitis B und C, HIV, Syphilis), eine Zählung der Endothelzellen (die 2.000 Zellen/mm² überschreiten muss) und eine Beurteilung der Unversehrtheit von Vorder- und Rückfläche. Hornhäute aus internationalen Banken kommen in speziellen Kühlbehältern in einem Konservierungsmedium namens Optisol-GS nach Ägypten und lassen sich vor der Transplantation bis zu 14 Tage sicher lagern.

Die Wahl der Hornhautquelle beeinflusst zwei Dinge: die Kosten und die Wartezeit. Eine importierte Hornhaut ist spürbar teurer, aber innerhalb von Wochen verfügbar; eine lokale Hornhaut kostet weniger, kann jedoch eine Wartezeit von mehreren Monaten bedeuten. Diese Entscheidung besprechen wir offen mit jedem Patienten auf Grundlage seines individuellen Falls.

Der Operationstag: Minute für Minute

Der Tag beginnt meist früh am Morgen; der Patient trifft mindestens eine Stunde vor dem geplanten Termin im Operationszentrum ein. Diese Stunde ist gut gefüllt: Aufnahme der Patientendaten und Bestätigung von Identität und zu operierendem Auge, Erhebung der Vitalwerte (Blutdruck, Puls, Blutzucker), Eintropfen pupillenerweiternder und betäubender Augentropfen sowie ein leichtes intravenöses Beruhigungsmittel. Der Patient trifft den Chirurgen ein letztes Mal, um offene Fragen zu stellen, und wird dann in den Operationssaal gebracht.

Dort liegt der Patient auf einem elektrisch verstellbaren OP-Tisch, der so eingestellt wird, dass das Gesicht parallel zum Operationsmikroskop liegt. Das nicht operierte Auge und das Gesicht werden mit einem sterilen Tuch abgedeckt, sodass nur ein kleines Feld um das zu operierende Auge frei bleibt. Ein sanfter Lidsperrer hält das Lid offen, um unwillkürliches Blinzeln zu verhindern, und die Sehachse wird mit einem kleinen Gerät markiert, um eine präzise Zentrierung sicherzustellen. Jetzt ist das Auge bereit für die Operation. Die Vorbereitung im Saal hat 15 bis 20 Minuten gedauert.

Die Operationsschritte im OP-Saal

Die nächsten Schritte unterscheiden sich je nach Transplantationsart leicht, doch das Grundmuster der klassischen perforierenden Keratoplastik (PKP) läuft wie folgt ab:

  1. Messung des Hornhautdurchmessers und Wahl der Transplantatgröße: Mit einem speziellen Trepan-Marker zeichnet der Chirurg einen zentralen Kreis auf die Hornhaut des Patienten, typischerweise 7,5 bis 8,5 mm im Durchmesser — derselbe Durchmesser wie die zu transplantierende Spenderhornhaut.
  2. Zuschneiden der Spenderhornhaut: Die Spenderhornhaut wird von hinten auf eine spezielle Stanze gelegt, und eine Scheibe mit passendem Durchmesser wird ausgeschnitten. Das geschieht, bevor das Auge des Patienten eröffnet wird, um die Unversehrtheit der Endothelzellen des Spenders zu bewahren.
  3. Schneiden der Patientenhornhaut: Der Chirurg verwendet entweder einen manuellen Trepan oder — bei neueren Techniken — einen Femtosekundenlaser, um einen kreisrunden, alle Schichten durchtrennenden Schnitt in der Hornhaut des Patienten anzulegen. Der Femtosekundenlaser bietet Präzision im Mikrometerbereich und kann zickzackförmige Schnitte erzeugen, die die Kontaktfläche zwischen Spender- und Empfängerhornhaut vergrößern.
  4. Entfernen der erkrankten Scheibe: Die ausgeschnittene Scheibe wird mit einer feinen chirurgischen Pinzette vorsichtig abgehoben, und der verbleibende Rand wird auf einen sauberen Schnitt geprüft.
  5. Einsetzen der neuen Hornhaut: Die Spenderhornhaut wird behutsam in Position gebracht und zunächst mit vier Kardinalnähten in den vier Quadranten der Hornhaut fixiert.
  6. Präzisionsnaht: Mit hauchfeinen 10-0-Nylonfäden (dünner als ein Haar) werden 16 bis 24 Stiche rings um den Hornhautrand gesetzt. Das Nähen erfordert Geduld und Können — jede übermäßige oder asymmetrische Spannung kann später einen erheblichen Astigmatismus verursachen.
  7. Dichtigkeitsprüfung der Wunde: Der Chirurg vergewissert sich, dass kein Kammerwasser am Hornhautrand austritt, und injiziert dann eine kleine Luftblase in das Auge, um den normalen Augeninnendruck aufrechtzuerhalten.
  8. Schutz des Auges: Ein antibiotischer und ein kortisonhaltiger Tropfen werden gegeben, und das Auge wird mit einer Schutzklappe abgedeckt, die mit Pflaster fixiert wird.

Bei den endothelialen Keratoplastik-Techniken wie DMEK und DSAEK sind die Schritte völlig anders: Es gibt keine Nähte, und die Hornhautlamelle ist eine hauchdünne Schicht, die von einer Luft- oder Gasblase im Auge in Position gehalten wird. Der nächste Abschnitt behandelt diese neueren Techniken im Detail.

Moderne Techniken: Femtosekundenlaser, DMEK und DSAEK

Seit etwa 2010 hat die Hornhautchirurgie eine echte Revolution durchlaufen. Statt die gesamte Hornhaut zu ersetzen, können Chirurgen heute nur die erkrankte Schicht austauschen und den Rest der gesunden Hornhaut belassen. Dieser Wandel hat alles verändert: schnellere Erholung, geringeres Abstoßungsrisiko, bessere endgültige Sehschärfe und längeres Transplantatüberleben.

Femtosekundenlaser

Dieser Laser erzeugt präzise Schnitte im Hornhautgewebe ohne Metallklinge. Bei der Hornhauttransplantation schneidet er die kreisrunde Inzision in Empfänger- und Spenderhornhaut mit aufeinander abgestimmter Mikrometerpräzision — teils in Zickzack- oder Bogenmustern, die dem Transplantat eine höhere mechanische Stabilität verleihen. Die Vorteile: präzisere Schnitte, schnellere Heilung und weniger dichte Nähte.

DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty)

DSAEK steht für Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty. Hier ersetzt der Chirurg nur die hintere Hornhautschicht (Endothel + einen Teil des Stromas + Descemet-Membran), ohne die vorderen Schichten anzutasten. Die neue Schicht wird über einen kleinen seitlichen Schnitt (etwa 5 mm) eingebracht und 24–48 Stunden lang von einer Luftblase im Auge in Position gehalten, danach haftet sie von selbst an. Keine Nähte. Die Erholung des Sehvermögens dauert typischerweise 2–3 Monate.

DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty)

DMEK steht für Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty — die modernste und feinste dieser Techniken. Ersetzt werden ausschließlich die Descemet-Membran und die Endothelzellen, eine Schicht von höchstens 15 Mikrometern Dicke (dünner als ein menschliches Haar). Das Ergebnis: ein spürbar besseres Sehen als nach DSAEK und ein geringeres Abstoßungsrisiko. Die Technik ist anspruchsvoll und erfordert einen speziell ausgebildeten Chirurgen. Unsere Klinik hat die DMEK als erste nach Ägypten gebracht, und Dr. Ahmed Shaarawy hat den ersten derartigen Eingriff im Land durchgeführt.

DALK (Tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik)

DALK steht für Deep Anterior Lamellar Keratoplasty — die tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik — und ist die ideale Option beim fortgeschrittenen Keratokonus. Der Chirurg ersetzt alle vorderen Hornhautschichten und erhält dabei das gesunde Endothel des Patienten. Was bringt das dem Patienten? Ein nahezu vernachlässigbares Abstoßungsrisiko — weil das immunologisch heikelste Gewebe, das Endothel, das eigene bleibt — und eine geringere Wahrscheinlichkeit eines langfristigen Versagens. Sie erfordert Nähte wie die PKP, doch ihre Langzeitergebnisse sind besser.

Anästhesie und Schmerzbehandlung

Eine Frage, die jeder Patient stellt: Ist die Operation schmerzhaft? Die einfache Antwort lautet nein. Dem Chirurgen stehen zwei Hauptoptionen der Anästhesie zur Verfügung, und beide gewährleisten vollkommenen Patientenkomfort.

Lokalanästhesie (die häufigste Option): Eine kleine Injektion hinter das Auge (Peribulbärblock) betäubt das Auge und die umgebenden Muskeln vollständig für 3–4 Stunden. Sie wird mit einer leichten intravenösen Sedierung kombiniert, die den Patienten ruhig und entspannt, aber wach hält. Die meisten Patienten beschreiben die Erfahrung so: “Ich bin kurz eingenickt, und als ich aufwachte, war die Operation vorbei.”

Vollnarkose: vorbehalten für Kinder, Patienten mit starker Angst oder absehbar lange und komplexe Eingriffe (etwa eine Verletzungsversorgung kombiniert mit einer Transplantation). Diese Option kostet mehr an Anästhesie und stationärem Aufenthalt, garantiert aber die vollständige Ruhigstellung des Auges während der gesamten Operation.

Nach der Operation verspüren die meisten Patienten eher ein leichtes Unbehagen als Schmerzen — oft beschrieben als Gefühl eines “Sandkorns” im Auge. Ein entzündungshemmender Tropfen und einfache Schmerzmittel zum Einnehmen wie Paracetamol reichen in den ersten Tagen üblicherweise aus, um etwaige Schmerzen zu kontrollieren.

Wie lange dauert die Operation wirklich?

Die Dauer hängt von der Transplantationsart und der Komplexität des Falls ab, doch die typischen Werte sind:

  • PKP (klassische perforierende Keratoplastik): 60 bis 90 Minuten.
  • DALK (anteriore lamelläre Keratoplastik): 75 bis 120 Minuten (erfordert eine präzise Schichtpräparation).
  • DSAEK: 30 bis 45 Minuten.
  • DMEK: 45 bis 60 Minuten (kann länger dauern, wenn die Pupille klein ist oder Verwachsungen bestehen).

Rechnet man rund 30 Minuten Vorbereitung vor der Operation und 20–30 Minuten Aufwachphase danach hinzu, ergibt sich für die meisten Fälle eine Gesamtzeit von 3–4 Stunden zwischen Ankunft und Entlassung. Der Patient kehrt noch am selben Tag nach Hause zurück. Ein Krankenhausaufenthalt ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Die ersten Stunden nach der Operation

Nach dem Eingriff bleibt der Patient 30–60 Minuten im Aufwachraum, bis sich die Vitalwerte stabilisiert haben. Das Auge ist mit einer Schutzklappe abgedeckt, die bis zum nächsten Tag in der Klinik verbleibt. Für die Heimfahrt empfehlen wir, dass jemand anderes fährt — und dass der Patient es aus keinem Grund nach vorn beugt.

Bis zum Abend können sich einige Dinge zeigen: leichtes Brennen oder Stechen im Auge, verstärktes Tränen, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen auf dem anderen, gesunden Auge (durch verlaufende Tropfen). All das ist völlig normal. Nicht normal sind: starke Schmerzen, die auf Schmerzmittel nicht ansprechen, Blutungen oder Erbrechen. In diesen Situationen bitten wir den Patienten, sofort die Klinik zu kontaktieren.

Der erste Nachsorgetermin findet am Tag nach der Operation statt. Wir entfernen die Schutzklappe, untersuchen das Auge an der Spaltlampe und prüfen drei Dinge: dass die Hornhautlamelle stabil in Position liegt (bei DSAEK und DMEK), dass die Nähte intakt sind (bei PKP und DALK) und dass der Augeninnendruck normal ist. Dann beginnt der Weg der Genesung — er dauert zwischen drei Monaten und einem ganzen Jahr.

Häufig gestellte Fragen

Spüre ich während der Hornhauttransplantation etwas?

Nein. Die Lokalanästhesie in Kombination mit einer intravenösen Sedierung stellt sicher, dass Sie weder Schmerzen noch Angst empfinden. Die meisten Patienten erinnern sich hinterher nicht an die Details der Operation und beschreiben die Erfahrung als kurzes Nickerchen.

Können beide Augen am selben Tag operiert werden?

Nein. Wir operieren nur ein Auge und warten mindestens 3 bis 6 Monate, bevor wir bei Bedarf das zweite Auge transplantieren. Das lässt Zeit, die Reaktion des Körpers auf den ersten Eingriff zu beurteilen und zu bestätigen, dass das Ergebnis stabil ist.

Hinterlässt die Operation sichtbare Spuren am Auge?

Bei DMEK und DSAEK sieht man so gut wie nichts. Bei PKP und DALK können im ersten Jahr sehr feine Nähte sichtbar sein — aber nur unter dem Mikroskop, nicht im Alltag. Die Fäden werden über 12–18 Monate schrittweise entfernt.

Wie hoch ist die Erfolgsquote der Hornhauttransplantation?

Die Erfolgsquoten liegen je nach Transplantationsart zwischen 85% und 95%. DMEK und DSAEK erzielen die besten Ergebnisse bei Endothelerkrankungen, während die DALK die beste Option beim Keratokonus ist.

Kann die Operation bei Patienten mit Diabetes durchgeführt werden?

Ja, sofern der Diabetes vor der Operation gut eingestellt ist. Diabetes ist kein Hindernis für die Operation, kann aber die Heilung verlangsamen — deshalb schenken wir diesen Fällen in der Nachsorge besondere Aufmerksamkeit.

Wann darf ich wieder Auto fahren?

In der Regel nach 2–4 Wochen, aber erst, nachdem bei einem Nachsorgetermin ein stabiles Sehvermögen bestätigt wurde. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr eigenes Urteil; folgen Sie der Empfehlung Ihres Arztes.

Wird die Operation in Ägypten von der Krankenversicherung übernommen?

Einige private Versicherungen übernehmen einen Teil der Kosten, und die staatliche Krankenversicherung führt den Eingriff in bestimmten Lehrkrankenhäusern durch — allerdings mit langen Wartelisten.

Was passiert, wenn mein Körper die transplantierte Hornhaut abstößt?

Eine Abstoßung der Hornhaut ist möglich, aber sie ist nicht das Ende des Weges. Die meisten Fälle sprechen auf eine örtliche Kortisonbehandlung an, wenn sie früh erkannt werden. Bei der DMEK ist das Abstoßungsrisiko sehr gering.

Fazit: Ein Eingriff, der jedes Jahr Tausende Leben verändert

Die Hornhauttransplantation von heute ist nicht mehr die Operation von vor 20 Jahren. Die Techniken haben sich weiterentwickelt, die Materialien sind besser geworden, die Erfolgsquoten sind gestiegen, und die Abstoßungsrisiken sind deutlich gesunken. Unverändert geblieben ist, wie wichtig die Wahl des richtigen Chirurgen und eines Zentrums mit Erfahrung in allen Transplantationsarten ist — denn die richtige Operation für Ihren Fall zu wählen ist die halbe Strecke zum Erfolg.

Wenn Sie oder ein Familienmitglied an einer Hornhauterkrankung leiden: Sie sind nicht allein, und es gibt Lösungen. Wir laden Sie ein, einen Beratungstermin bei Dr. Ahmed Shaarawy, Facharzt für Hornhautchirurgie und erster DMEK-Operateur Ägyptens, in der Cornea Clinic zu vereinbaren.

Ergebnisse können variieren. Lassen Sie sich von Dr. Shaarawy individuell beraten. Medizinischer Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Die tatsächlichen Ergebnisse unterscheiden sich von Fall zu Fall. Bitte vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin bei Dr. Shaarawy, um Ihren Fall beurteilen und den passendsten Behandlungsplan festlegen zu lassen.

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