ICL-Linsenimplantation: Alles, was Sie wissen müssen

Die Implantation einer ICL (Implantierbare Collamer-Linse) gehört zu den Eingriffen, auf die Hornhautchirurgen zurückgreifen, wenn ein Patient für eine Laser-Sehkorrektur wie LASIK nicht geeignet ist. Eine ins Auge implantierte Linse korrigiert Refraktionsfehler wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus.
Dieser Artikel erklärt die ICL-Operation — was sie ist, wie sie funktioniert, welche Linsentypen es gibt und woran Sie erkennen, ob Ihr Fall dafür infrage kommt.
Die Kosten der ICL-Implantation
Beginnen wir mit der Frage, die Patienten am häufigsten stellen: Was kostet das?
Die ICL-Operation ist für manche Patienten teuer, und der Hauptgrund dafür ist der hohe Preis der implantierbaren Linse selbst. Deshalb empfehlen Chirurgen sie in der Regel nur in bestimmten Fällen — meist dann, wenn eine LASIK-Operation nicht infrage kommt.
Was ist eine ICL-Implantation?
Die ICL-Implantation ist ein vergleichsweise einfacher chirurgischer Eingriff, der in Tropfanästhesie mit betäubenden Augentropfen durchgeführt wird.
Die Linsen selbst sind künstliche Intraokularlinsen, die chirurgisch in das Auge eingesetzt und zwischen Hornhaut und Iris positioniert werden.
Sehen setzt voraus, dass Licht auf der Netzhaut gebündelt wird. Eine ICL hilft, das Licht korrekt auf die Netzhaut zu fokussieren — für klares Sehen ohne Brille oder Kontaktlinsen — und korrigiert Refraktionsfehler wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus.
Worin unterscheidet sich eine implantierte Linse von einer Kontaktlinse? Eine implantierte Linse wirkt aus dem Inneren des Auges heraus — nicht auf seiner Oberfläche wie eine Kontaktlinse.
Weil sie im Auge sitzt, bietet eine implantierte Linse zudem eine dauerhafte Sehkorrektur — entfernen lässt sie sich nur durch einen weiteren chirurgischen Eingriff.
Vor der ICL-Operation
Einige Empfehlungen, die Sie vor der ICL-Implantation beachten sollten:
- Tragen Sie mindestens eine Woche vor der Operation keine Kontaktlinsen mehr.
- Vor dem Eingriff vermisst Dr. Shaarawy Ihr Auge, um den für Sie am besten geeigneten Linsentyp auszuwählen.
In manchen Fällen verordnet Ihr Operateur zusätzlich bestimmte Augentropfen.
Während der ICL-Operation
Der Eingriff erfolgt über einen kleinen Hornhautschnitt. Dr. Shaarawy legt eine Öffnung von rund 2 mm an — klein genug, dass sie schnell heilt und anschließend keine Naht benötigt.
Durch diesen Schnitt setzt er die Linse mit einem speziellen Injektor ein. Die Linse wird gefaltet eingeführt und vor oder hinter der Iris platziert — entweder zusätzlich zur natürlichen Augenlinse oder an deren Stelle.
Nach der ICL-Operation
Der Eingriff dauert etwa 5 Minuten pro Auge. Sie brauchen danach jemanden, der Sie nach Hause fährt oder Sie zumindest auf dem Rückweg begleitet.
Ihr Operateur verordnet Ihnen entzündungshemmende Augentropfen.
Woraus bestehen ICL-Linsen?
ICL-Linsen bestehen aus speziellen Materialien, die das Auge zusätzlich vor schädlichem ultraviolettem Licht schützen.
Das Grundmaterial ist Silikon oder Acryl, beschichtet mit speziellen Verbindungen, die zum Schutz des Auges beitragen.
Diese Materialien sind reaktionsträge und biegsam — genau das ermöglicht es, die Linse für das Einsetzen während der Implantation zu falten.
Die Linsen gibt es in verschiedenen Designs und Materialien, abgestimmt auf die Anatomie des jeweiligen Auges und den Zweck der Implantation.
Jede ICL besteht aus zwei Hauptteilen:
- Die Optik — der zentrale Teil, der die refraktive Funktion übernimmt, ähnlich der natürlichen Augenlinse.
- Die Haptiken — zwei ausgestellte Bügel aus demselben Material wie die Optik, die die Linse in Position halten.
Wer kommt für eine ICL-Operation infrage?
Die ICL gehört zu den sichersten Optionen, auf die Hornhautchirurgen zurückgreifen, wenn LASIK-Verfahren jeglicher Art nicht geeignet sind.
Welche Fälle benötigen also eine ICL-Implantation, weil kein anderer Weg zur refraktiven Korrektur führt?
- Patienten mit dünner Hornhaut, bei denen die ICL bevorzugt wird, um weitere Veränderungen (etwa eine Versteilung oder Ektasie) der Hornhautoberfläche zu vermeiden.
- Patienten mit hoher Kurzsichtigkeit über -8,00 dpt, bei denen eine Laserkorrektur nicht geeignet ist.
- Patienten mit hoher Weitsichtigkeit über +5,00 dpt, bei denen eine Laserkorrektur nicht geeignet ist.
- Bei Grauem Star, wenn die betroffene Linse durch eine neue Intraokularlinse ersetzt wird.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Der typische Kandidat ist zwischen 18 und 40 Jahre alt — doch auch außerhalb dieser Spanne ist eine Eignung möglich; Ihr Operateur bespricht mit Ihnen die passendste Option.
Wann verbessert sich das Sehen nach der ICL?
Wie lange dauert die Genesung? Das ist meist die größte Sorge. In der Praxis verbessert sich das Sehvermögen typischerweise schon am Tag nach der ICL-Operation und wird dann über den folgenden Monat bis zu sechs Monaten schrittweise besser.
Gibt es farbige implantierbare Linsen?
„Gibt es farbige Linsen, die ich mir implantieren lassen kann?" Diese Frage hören wir oft. Um es klar zu sagen: Der Hauptzweck der ICL-Operation ist die Korrektur von Refraktionsfehlern wie Kurz- und Weitsichtigkeit. Die implantierbaren Linsen sind durchsichtig und dank ihrer geringen Größe mit bloßem Auge nicht sichtbar.
Ein ähnlicher Fall?
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