Keratokonus verstehen: Ursachen und Auswirkungen auf das Sehen

Was ist ein Keratokonus?
Die Hornhaut ist die vordere Schicht des Auges. Sie wirkt wie eine Linse und bündelt das einfallende Licht, damit Sie scharf sehen können; eine gesunde Hornhaut hat dabei eine gleichmäßige Kuppelform, ähnlich einer Kugel. Manchmal ist die Struktur der Hornhaut jedoch nicht stabil genug, um diese runde Form zu halten – sie wölbt sich kegelförmig nach außen. Diese Erkrankung nennt man Keratokonus.
Was verursacht einen Keratokonus?
Mehrere Faktoren tragen zum Keratokonus bei. Einer der wichtigsten ist die Schwächung der feinen Fasern im Auge, die als Kollagen bekannt sind.
Kollagenfasern verankern die Hornhaut und wirken einer Vorwölbung entgegen. Werden sie schwächer, können sie die Form der Hornhaut nicht mehr halten, und die Hornhaut nimmt allmählich eine Kegelform an.
Warum werden diese Fasern überhaupt schwächer? Der Hauptgrund für die Entstehung eines Keratokonus ist ein Rückgang der schützenden Antioxidantien in der Hornhaut. Die Hornhautzellen produzieren schädliche Abbauprodukte – oxidative freie Radikale –, die zum Teil aus Umwelteinflüssen wie Autoabgasen stammen. Antioxidantien bauen diese Stoffe normalerweise ab und schützen so das Kollagen.
Sinkt der Antioxidantienspiegel, wird das Kollagen schwächer, die Hornhaut wölbt sich kegelförmig nach vorne, und der Keratokonus nimmt seinen Lauf.
Wer ist von Keratokonus betroffen?
Ein Keratokonus kann familiär gehäuft auftreten. Ist das in Ihrer Familie der Fall, lassen Sie die Augen Ihrer Kinder ab dem 10. Lebensjahr regelmäßig untersuchen.
Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen, darunter Allergien, schreitet die Erkrankung meist schneller voran – höchstwahrscheinlich wegen des chronischen Augenreibens.
Ein Keratokonus zeigt sich typischerweise im Jugendalter. Er kann auch in der Kindheit oder bis Anfang dreißig beginnen; ein Auftreten ab vierzig kommt vor, ist aber seltener. Die Formveränderung der Hornhaut kann sich rasch oder über viele Jahre entwickeln und führt zu verschwommenem Sehen, Blendempfindlichkeit und Lichthöfen bei Nacht – besonders um Straßenlaternen.
Das Fortschreiten kann jederzeit zum Stillstand kommen oder sich über Jahrzehnte fortsetzen. Zuverlässig vorhersagen lässt sich der Verlauf eines einzelnen Auges nicht.
Bei den meisten Patienten sind letztlich beide Augen betroffen, allerdings meist nicht symmetrisch – in der Regel schreitet ein Auge früher voran als das andere.
Im fortgeschrittenen Stadium können sich die Kollagenfasern so weit dehnen, dass die hinteren Hornhautschichten einreißen. Augenflüssigkeit dringt dann in das Hornhautgewebe ein, und die Hornhaut schwillt an (akuter Hornhauthydrops). Das Sehvermögen kann deutlich abfallen, und die Erholung kann Zeit brauchen.
Kann ein Keratokonus zur Erblindung führen?
Kann man mit einem Keratokonus weiterhin gut sehen? Diese Frage hören wir besonders oft. Die ehrliche Antwort: Die Veränderungen der Hornhaut können ein scharfes Sehen ohne Brille, formstabile Kontaktlinsen oder intrakorneale Ringsegmente (ICRS) unmöglich machen. In sehr weit fortgeschrittenen Fällen kann eine Hornhauttransplantation nötig sein, um das Sehvermögen wiederherzustellen.
Komplikationen von Operationen bei Keratokonus
Warum LASIK bei Keratokonus riskant ist
Wer auch nur einen subklinischen Keratokonus hat, sollte sich keiner LASIK unterziehen. LASIK ist für diese Patienten gefährlich, weil sie die Hornhaut zusätzlich schwächen und das Sehen verschlechtern kann.
Sprechen Sie dieses Thema bei Ihrem Beratungstermin mit Dr. Shaarawy an – eine gründliche Hornhautuntersuchung schließt einen Keratokonus aus, bevor eine LASIK überhaupt in Betracht gezogen wird.
Wie wird ein Keratokonus diagnostiziert?
Ein Keratokonus verändert das Sehen auf zwei Arten:
Kurzsichtigkeit (Myopie)
Wenn sich die Hornhaut von einer gleichmäßigen Kuppel zu einem Kegel verformt, wird ihre Oberfläche unregelmäßig – Ärzte sprechen von einem irregulären Astigmatismus. Und je steiler die Hornhaut wird, desto kurzsichtiger wird das Auge. Bei Kurzsichtigkeit erscheinen nahe Objekte schärfer, während entfernte verschwommen wirken.
Symptome des Keratokonus
Bei einer Augenuntersuchung kann der Augenarzt Anzeichen eines Keratokonus feststellen, darunter:
- Vermindertes Sehvermögen
- Doppelbilder
- Verzerrtes Sehen
- Lichthöfe um helle Lichtquellen
- Schattenbilder (Geisterbilder)
- Fahruntauglichkeit wegen verschwommenen Sehens
Wie die Keratokonus-Diagnose bestätigt wird
Ihr Arzt muss die Form Ihrer Hornhaut vermessen. Dafür gibt es mehrere Verfahren. Am gebräuchlichsten sind die Hornhauttopographie und die Pentacam-Aufnahme, die die Hornhaut innerhalb von Sekunden fotografieren und analysieren. Wenn Sie selbst einen Keratokonus haben und Kinder haben, sollten diese ab dem 10. Lebensjahr jedes Jahr eine Pentacam-Untersuchung erhalten, um frühe Krankheitszeichen rechtzeitig zu erkennen.
Wie ein Keratokonus behandelt wird
Die Behandlung des Keratokonus beginnt oft ganz einfach – mit einer neuen Brille – und geht bei Bedarf zu formstabilen, gasdurchlässigen Kontaktlinsen über.
In leichten Fällen kann eine Brille das Sehen verbessern; mitunter sind jedoch formstabile Kontaktlinsen oder intrakorneale Ringsegmente (ICRS) nötig, um den Kegel abzuflachen und das Sehen zu verbessern.
Verbessert sich das Sehen mit einer dieser Optionen, sollte der Verlauf weiterhin mit regelmäßigen Pentacam-Aufnahmen kontrolliert werden. Zeigt sich ein Fortschreiten, ist der nächste Schritt das Cross-Linking der Hornhaut (CXL) – die sogenannte "Hornhautstabilisierung" –, um eine weitere Aufsteilung zu stoppen. Und wenn Brille, Kontaktlinsen und Ringe kein stabiles, gutes Sehen mehr ermöglichen, kann eine tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK) durchgeführt werden.
Ein ähnlicher Fall?
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