Intrakorneale Ringsegmente (ICRS) bei Keratokonus

Moderne Möglichkeiten zur Behandlung des Keratokonus
Implantation intrakornealer Ringsegmente (ICRS)
Der Femtosekundenlaser — der auf physikalischen Grundlagen des ägyptischen Nobelpreisträgers Dr. Ahmed Zewail beruht — ist einer der entscheidenden Fortschritte hinter den jüngsten Entwicklungen in der Hornhautchirurgie, und er hat die Implantation intrakornealer Ringsegmente (ICRS) einfacher und deutlich präziser gemacht.
Der Keratokonus ist in unserer Region weit verbreitet. Die zunehmende Verbreitung der LASIK hat tatsächlich dazu beigetragen, viele Fälle aufzudecken: Die Voruntersuchungen vor einer LASIK sind oft der Moment, in dem ein Keratokonus erstmals entdeckt wird. Die Erkrankung beeinträchtigt Sehqualität und Sehschärfe erheblich. Es gibt mehrere Behandlungswege — dieser Artikel widmet sich einem davon: den intrakornealen Ringsegmenten.

Intrakorneale Ringsegmente bei Keratokonus
Ringsegmente an sich sind nichts Neues. Chirurgen setzen sie seit vielen Jahren zur Behandlung von Kurzsichtigkeit und Keratokonus ein — ursprünglich mit manuellen Instrumenten, um einen Tunnel im Inneren der Hornhaut anzulegen und die Segmente hineinzuschieben. Diesen Schritt hat inzwischen der Femtosekundenlaser übernommen. Er formt den Tunnel in exakt definierter Tiefe und Länge bei kürzerer Operationszeit — und genau diese Präzision verbessert die Sehqualität erheblich.
Wie verbessern die Ringe die Sehqualität?
Das Segment liegt in einem eigens dafür vorbereiteten Tunnel. Da es aus einem festen Polymer besteht, wirkt es fast wie ein Spannelement: Es formt die Hornhaut von der steilen, kegelförmigen Wölbung wieder in Richtung einer natürlicheren Krümmung — sodass auf der Netzhaut ein saubereres Bild entsteht. Je nach Topographiebefund benötigt die Hornhaut ein Ringsegment oder zwei.
Sind Ringsegmente das Richtige für Sie?
Nicht immer. Bei sehr weit fortgeschrittenem Keratokonus — wenn die Hornhautversteilung (Kmax) 75 dpt überschreitet; manche klinischen Schulen operieren bereits ab 55 dpt nicht mehr — oder bei Hornhauttrübungen und Narben ist die ICRS-Implantation in der Regel nicht geeignet. Sie kommt auch nicht infrage, wenn die Hornhautdicke unter 300 Mikrometern liegt.
Zusammenfassung
Intrakorneale Ringsegmente verbessern die Bildqualität, doch die meisten Patienten benötigen weiterhin eine Brille, um einen verbleibenden Sehfehler auszugleichen. Manche klinischen Schulen empfehlen, die ICRS mit einer Oberflächenlaserbehandlung (PRK) zu kombinieren, damit der Patient möglicherweise irgendwann ganz auf die Brille verzichten kann — es gibt allerdings Einschränkungen, besprechen Sie dies daher bitte mit Dr. Shaarawy in Ihrer Sprechstunde. Ebenso wichtig ist die Nachsorge nach der ICRS-Implantation: Nur so wird ein weiteres Fortschreiten der Hornhautverformung frühzeitig erkannt.
Den Artikel über den Grauen Star finden Sie hier.
Unsere weiteren Artikel finden Sie hier.
Ein ähnlicher Fall?
Senden Sie Dr. Shaarawy Ihre Hornhauttopographie, Ihren OCT-Befund oder eine Beschreibung Ihrer Beschwerden — wir antworten innerhalb von 24 Stunden auf Englisch.
