Was ist eine Hornhauttransplantation? Verständlich erklärt für Patienten

Alles, was Sie über die Hornhauttransplantation wissen sollten
Die Hornhaut ist die klare Schicht an der Vorderseite des Auges — die wichtigste Linse des Auges. Ihre Aufgabe ist es, das einfallende Licht zu bündeln, damit Sie scharf sehen können. Ist die Hornhaut geschädigt, muss sie unter Umständen durch eine Hornhauttransplantation ersetzt werden.
Dr. Shaarawy entfernt die geschädigte Hornhaut ganz oder teilweise und ersetzt sie durch gesundes Spendergewebe. Die Ersatzhornhaut stammt von Menschen, die sich entschieden haben, ihre Hornhäute nach dem Tod zu spenden, und wird aus akkreditierten Hornhautbanken in den USA importiert.
Eine Hornhauttransplantation — auch Keratoplastik genannt — kann das Sehvermögen wiederherstellen, Schmerzen lindern und das Aussehen einer geschädigten Hornhaut verbessern, die dem Auge sonst ein weißliches, trübes Erscheinungsbild geben kann.
Wer könnte eine Hornhauttransplantation benötigen?
Licht, das durch eine geschädigte Hornhaut fällt, wird gestreut — das Ergebnis ist verschwommenes, trübes Sehen. Ursachen können unter anderem sein:
- Hornhautnarben nach Verletzung oder Infektion
- Hornhautgeschwüre durch Infektionen
- Keratokonus, bei dem sich die Hornhaut kegelförmig nach vorne wölbt
- Ausdünnung oder Schwellung (Ödem) der Hornhaut
- Erbliche Hornhauterkrankungen wie die Fuchs-Dystrophie
- Komplikationen früherer Augenoperationen, etwa einer Operation des Grauen Stars
Dr. Shaarawy bespricht mit Ihnen, welches Verfahren für Ihren Fall am besten geeignet ist.
Die wichtigsten Arten der Hornhauttransplantation
1. Perforierende Keratoplastik (PKP)
Dies ist die durchgreifende Transplantation: Die gesamte Hornhaut wird durch eine gesunde, klare Spenderhornhaut ersetzt. Sie wird durchgeführt, wenn die Hornhaut schwer und sehbeeinträchtigend geschädigt ist und keine chirurgische Alternative besteht. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose und dauert etwa eine Stunde. Rund 8 mm der Hornhaut werden ersetzt — mit einem Trepan oder einem Femtosekundenlaser — und anschließend vernäht, in der Regel mit 16 Stichen. Das Sehen bleibt nach der Operation mehrere Tage verschwommen, und die Fäden verbleiben üblicherweise etwa ein Jahr.
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Künstliche Hornhaut
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2. Tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK)
Bei der DALK werden etwa 99 % der Hornhaut durch Spendergewebe ersetzt — jedoch nicht die gesamte Dicke wie bei der vollständigen PKP. Es ist ein technisch anspruchsvoller Eingriff: Der Operateur trennt die hinteren Schichten der Hornhaut (Descemet-Membran und Endothel) ab und erhält sie, ersetzt also nur die übrigen Hornhautschichten. Diese Technik dient als Alternative zur perforierenden Keratoplastik, wann immer diese hinteren Schichten noch gesund sind. Das Spendergewebe wird anschließend mit Nähten fixiert.
Ein entscheidender Vorteil der DALK: Die Abstoßungsrate des Transplantats geht gegen null, und die Kortisontropfen können in der Regel früher ausgeschlichen werden. Eine der häufigsten Indikationen ist der Keratokonus.
3. Endotheliale Keratoplastik (EK) — die hintere lamelläre Transplantation
Hier wird nur die hintere (endotheliale) Schicht der Hornhaut ersetzt — die Descemet-Membran und das Endothel. Vereinfacht gesagt: das Gegenstück zur DALK.
Auch die EK ist ein hochspezialisierter Eingriff mit zwei Hauptvarianten. Bei der ersten, der DSAEK, werden Descemet-Membran und Endothel zusammen mit einer dünnen Schicht Hornhautstroma ersetzt. Bei der zweiten, der DMEK, werden ausschließlich Descemet-Membran und Endothel ersetzt. Beide folgen derselben Grundstrategie zur Behandlung von Erkrankungen der hinteren Hornhautschicht — am häufigsten einer endothelialen Dekompensation nach einer Operation des Grauen Stars, die die Hornhautrückfläche schädigen kann.
Warum ist diese Schicht so wichtig? Das Endothel hält die Hornhaut klar: Es pumpt Flüssigkeit heraus und verhindert eine Schwellung. Sinkt die Zahl der Endothelzellen zu stark — durch Krankheit oder Schädigung —, beginnt die Hornhaut anzuschwellen, und das Sehen wird trüb.
Die Operation erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose über einen kleinen Schnitt von etwa 2 mm am Auge. Die geschädigten Endothelzellen und ihre Schicht werden entfernt, und Dr. Shaarawy ersetzt sie durch gesundes Spender-Endothelgewebe, das mit einer Luft- oder Gasblase in Position gehalten wird. Nach der Operation liegt der Patient etwa zwei Stunden flach auf dem Rücken und hält das Gesicht anschließend weiter nach oben gerichtet, damit die Gasblase an ihrem Platz bleibt — denn die Blase ist es, die dem Spendergewebe hilft, dort anzuhaften, wo es hingehört.
Während seines PhD-Fellowships am Legacy Devers Eye Institute in den USA arbeitete Dr. Shaarawy bei diesen komplexen Operationen an der Seite von Dr. Mark Terry, und er war der erste Operateur, der die DMEK mit der S-Stamp-Technik in Ägypten durchgeführt hat — einer Technik, die am Legacy Devers selbst entwickelt wurde, wo er ausgebildet wurde. Er hat diese Arbeit auf zahlreichen lokalen und regionalen Kongressen vorgestellt.
*In schweren Fällen kann eine künstliche Hornhaut (Keratoprothese) eingesetzt werden (wie oben gezeigt), um eine Transplantatabstoßung zu vermeiden.
Erholung
Ein gewisses verschwommenes Sehen nach einer Hornhauttransplantation ist normal, bis das Auge vollständig verheilt ist. Auch leichte Rötung und Lichtempfindlichkeit sind zu erwarten, und für einige Tage kann es jucken — manche Patienten haben allerdings gar keine Beschwerden.
Dr. Shaarawy verordnet Augentropfen, um die Entzündung zu dämpfen und das Infektionsrisiko zu senken; bei Bedarf kommen weitere Medikamente gegen Schmerzen hinzu. Er untersucht das Auge am ersten Tag nach der Operation, mehrmals in den folgenden zwei Wochen und mehrfach im Laufe des ersten Jahres. Bitte befolgen Sie alle Anweisungen sorgfältig.
Bedenken Sie: Die Hornhaut ist nicht durchblutet und heilt deshalb langsam. Müssen Fäden entfernt werden, geschieht das in der Regel nach einem Jahr.
Mögliche Komplikationen
Die Hornhauttransplantation gilt insgesamt als sicherer Eingriff — doch wie bei jeder Operation sind Komplikationen möglich. Das Immunsystem kann die Spenderhornhaut angreifen, man spricht dann von einer Transplantatabstoßung. In den meisten Fällen lässt sie sich mit Tropfen oder Medikamenten behandeln, verlangt aber Ihre Wachsamkeit: Jede spürbare Sehverschlechterung sollte Anlass für einen sofortigen Termin sein, denn eine früh erkannte Abstoßung ist viel leichter rückgängig zu machen. In manchen Fällen wird eine erneute Transplantation nötig — dann oft nur der hinteren Schicht, per DSAEK oder DMEK, mit deutlich geringerer Abstoßungsrate.
Weitere mögliche Komplikationen sind:
- Infektion
- Blutung
- Erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star / Glaukom)
- Linsentrübung (Grauer Star / Katarakt)
- Hornhautschwellung
Ergebnisse und Erfolgsquoten der Hornhauttransplantation
Die meisten Patienten erlangen relativ schnell wieder ein alltagstaugliches Sehvermögen, und die Hornhauttransplantation hat die höchste Erfolgsquote aller Organtransplantationen in der Medizin — über 90 %, wobei jeder Fall anders ist. Bis sich das Sehvermögen vollständig stabilisiert hat, können mehrere Wochen, mitunter bis zu ein Jahr, vergehen.
Möglicherweise benötigen Sie eine neue Brille oder Kontaktlinsen mit Astigmatismus-Korrektur, da eine transplantierte Hornhaut selten perfekt sphärisch ist und eine gewisse Rest-Hornhautverkrümmung zurückbleiben kann. Nach dem ersten Jahr kommen Sie ein- bis zweimal jährlich zur Kontrolle zu Dr. Shaarawy.
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